G E N D A I - TŌ
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現代刀

Schwerter des Rikugun Jumei Tosho

star

a German Collection

von Christoph Schmucker

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Inhalt:

Vorbemerkung

Das Zertifizierungs & Prüfverfahren f. RJT Schmiede

HONTANREN-TO

SCHWERTER

1. (Kosaka) Masayoshi 正義

2. (Kinoshita) Yoshitada 吉忠

3. (Yuki) Munemitsu  宗光

4. (Tamijo) Hisakuni  久國

5. (Taguchi) Masatsugu 正次

6. (Yamagami) Akihisa  昭久

7. (Fukuoka) Morimitsu 盛 光

8. (Ichihara) Nagamitsu 長光

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(Japanischer Tosho)

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Vorbemerkung:

Die Kriegsperiode Showa 1930 - 1945

Die militärische Aufrüstung in Japan zog einen großen Bedarf an Schwertern für Offiziere und Unteroffiziere nach sich. Schmiede, die zuvor Küchenutensilien und Essbesteck fertigten wurden zu Schwertschmieden weitergebildet. Die Massenfertigung von Klingen für Armee, Luftwaffe und Marine war bis zu Kriegsende von Mangelwirtschaft geprägt unter der die Qualität der Ausführung stark schwankte, die Klingen aber trotzdem einen hohen Fertigungsgrad zeigten. Es wird angenommen das 40% aller in Japan nach dem Krieg konfiszierten Schwerter während dieser Zeit hergestellt wurden. Ähnliches gab es zuvor nur kurz vor dem Ende der Muromachi Periode als das ganze Land in Konflikten versank. Diese Periode wurde als Zeit der Bündelschwerter bekannt.

Zeitgleich fand aber auch eine Rückbesinnung auf alte Traditionen und des nationalen Geistes statt. So wurden in dieser Zeit einige der besten Schmiedewerkstätten wie der Yasukuni Jinja oder der Minatogawa Jinja gegründet. Die größten Schmiede jener Zeit holten wahre Kunstwerke aus dem Feuer, bei der die alten Meister der vergangenen Perioden Pate standen und damit zur Blaupause für hochwertige Gendai-tō wurden. So kam es zu der Situation das neben der Massenproduktion eine eigene, hochwertige Schwertlinie etabliert wurde. Die heutigen japanischen Schmiede und noch lebenden nationalen Schätze erlernten und bezogen ihren Grundlagen in der dunkelsten Zeit Japans, in der das japanische Schwert zum hoffentlich letzten Mal in der Geschichte in den Krieg zog.

Diese Seite befasst sich mit der Sammlung und Erhaltung von Gendai-tō. Traditionell geschmiedeten japanischen Schwertern die nach dem Schwerttrageverbot von 1876 in Japan hergestellt wurden. Mein Hauptaugenmerk liegt dabei auf Schwertern des Rikugun Jumei Tosho (RJT), einem standardisierten Zertifizierungsverfahren für Schmiede die im Auftrag der IJA (Imperialen Japanischen Armee) ab Showa 17 (1942), begonnen 1940, Schwerter für Offiziere fertigten. Ein durch das Verfahren geprüfter Schmied hatte während des 2. Weltkrieges die Möglichkeit in Zeiten von Ressourcenknappheit an Tamahagene (einem aus Eisensand gewonnen Stahl) zu gelangen um traditionelle Daito (Langschwerter) zu schmieden. Geprüfte und abgenommene Klingen erhielten einen eingeschlagenen fünfzackigen Stern in der Nakago (Schwertangel). Das vorhandensein einer Stempelung mit einem Stern impliziert aber noch keine traditionelle Herstellung. Jedes Schwert sollte individuell durch den Sammler begutachtet und auf das vorhandensein bestimmter allgemein gültiger Merkmale von Nihonto untersucht werden.

 

Das Zertifizierungs & Prüfverfahren für RJT Schmiede

Für die Zertifizierung mußte der Schmied mehrere Schwerter schmieden, deren Spezifikationen in einem Handbuch zusammengefasst wurden. Dieses mehrseitige Handbuch war in Artikel aufgeteilt und beschrieb detailliert den Schmiede und Designprozess. Mein großer Dank gilt hier Herrn George Trotter und K. Morita San, die in jahrzehntelanger Forschungs- und Sammelleidenschaft viele Details im Bezug auf RJT Schwerter ans Licht gebracht haben.

Ich will den Inhalt nur kurz beschreiben, da es den Umfang der Seite sonst sprengen würde.page_9_rjt

So heißt es im Artikel (1). (Quelle - George Trotter und K. Morita)
1. Die Form und Länge sollte eine Balance aus Eleganz und Kraft bilden. Die Schneidefähigkeit muss sehr gut sein und sollte insbesondere in der hira-uchi und mune-uchi ihren Ausdruck finden. Die Klinge muss zäh aber leicht sein, so dass sie weder verbiegt noch bricht.

Unter Punkt 7 wird anhand von Diagrammen die Krümmung (Sori), die Weite, Dicke und Länge, sowie das Verhältnis der Klingenabschnitte zueinander im Detail beschrieben.

Es folgen 11 weitere Unterpunkte in denen jeder Aspekt der Klinge detailliert beschrieben wurde. So sollte der Karbongehalt während der Ha-Ko bei 0,5%- 0,7% gehalten werden und die Abweichung davon nicht mehr als 0,05 - 0,25% betragen, je nach Zusammensetzung.

Artikel (4) beschreibt die Abnahme der Klingencharge. Dabei wurde stichprobenartig die Schnitthaltigkeit, die Struktur sowie die Einzelabnahme der Qualität untersucht. Die Schnitthaltigkeit (Cutting Test) wurde anhand einer 2mm Reisstroh-Matte gewickelt im Durchmesser von 100mm mit einem innenliegenden Weichstahlrohr 2mm, im Durchmesser von 10mm (Knochensimulation) festgestellt. Dabei durfte keine Beschädigung der Schneide auftreten, noch darf sich die Klinge verbiegen oder gar brechen.

Artkel (5) befasst sich mit der in Augenscheinnahme der Klingen durch den von der Armee bestellten Inspektor. Im Einzelnen wurde die Einhaltung der allgemeinen Zertifizierungspunkte in Balance, Aussehen (Sugata) und Gewicht geprüft. Die Klinge mußte fehlerfei geschmiedet sein. Es durften weder Hagire (Bruch der Schneide), Yakiware (Delamination) noch Jiganekizu (Fehler zwischen Hamon und Ji-Hada) vorhanden sein. Dies hätte zum Ausschluss der Klinge geführt was für den Schmied einen monetären Verlust bedeutet hätte. Die Politur war standardmäßig so auszuführen, dass die in der Ausführungsanleitung beschriebenen Klingenmerkmale erkennbar sichtbar waren.

Der Umstand, dass in jeder Charge eine Klinge zerstört und mikroskopisch in Struktur und Zusammensetzung untersucht wurde beweist die hohen Qualitätsanforderungen an die von der Armee bestellten Nihonto. Leider existieren keine genauen Preisangaben was für diese Klingen bezahlt wurde. Eine Standard Showa-to Klinge in Koshirae (wie sie Beispielsweise in Schwertfabriken in Seki produziert wurden) wurde mit 80 Yen beziffert. Ebenso fehlen Informationen welcher Offizier eine traditionelle Klinge erhielt oder ob er sie von der Armee kaufen konnte.

Im Letzten Punkt des Handbuchs gab es den verbindlichen Hinweis, das jede noch so kleine Abweichung im Design, der Schmiedemethode oder des Härtens einer Genehmigung bedürfen, die bei Nichteinhaltung zum Lizenzverlust führen.

Insgesamt enthielt das Handbuch 60 Seiten.

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HONTANREN-TO (Wahrhaftig geschmiedete Schwerter)

Hontanren-to ist die bezeichnende Abgrenzung zu Showa-to. Sie dient der Unterscheidung von traditionell geschmiedeten Gendai-to zu Showa-to (nicht traditionell) geschmiedeten Klingen. Hontanren-to sind in allen Belangen echte Nihonto bei denen alle Einflüsse  wie das Verwenden von Industriestahl, die Benutzung eines Dampfhammers oder die Härtung in Öl bewußt vermieden wurden. Die Herstellung eines solchen Schwertes folgt der überlieferten Tradition vor dem Ende des japanischen Feudalsystems und besinnt sich auf die Werte der Samurai.

Links ist der Hamon eines Gendai-to zu sehen, rechts im Vergleich der eines in Öl gehärteten Showa-to. Deutlich sieht man bei dem im Wasser gehärteten Hamon die durch die unterschiedlichen Abkühlungsvorgänge entstandene Perlmatrix in der Gitterstruktur. Sie ist unregelmäßig von Perlit und Martensit durchzogen. Man spricht dabei von Aktivität im Hamon, der in der Interpretation manigfaltig beschrieben und gedeutet wird. Bei der in Öl gehärteten Klinge sieht man dagegen keine unterschiedlichen Strukturen. Alles wirkt gleichmäßig und strukturiert. hamon

Besondere Aufmerksamkeit bei der Bewertung einer Klinge sollte man auch der Hada, der Lagenstruktur im Gefüge widmen. Die unterschiedlichen Muster der Faltungen sind wie Fingerabdrücke der einzelnen Schulen. Für die Gendaito Schmiede war die Erhaltung der Tradition in Form und Aussehen der Klinge von hoher Bedeutung. Nicht selten wurden nationale Schätze sehr detailliert kopiert und dies findet sich auch beim Betrachten der Hada wieder. Etliche Klingen zeigen auch fließende Übergänge von einer Struktur zur anderen um das Können und die Qualität der modernen Schwerter deutlich zu machen. Nagamitsu Klingen mit ihrer hervorstechenden Mokume Hada sind sehr attraktiv beim studieren, während die Yamagami (Akihisa) Schwerter mit einer feinen Masame Hada ihren edlen Anspruch verdeutlichen. Im unteren Beispiel sind die häufigsten Hada (Muster) dargestellt.

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In der Publikation v. George Trotter mit Informationen v. Chris Bowmen werden drei Fälle für von der Armee lizensierte Schwertschmiede beschrieben.


1. Schwertschmiede fertigten im Auftrag einer lizensierten Schmiede (die Nakago wurde mit dem Namen des Schmieds und dem   Logo der Schmiede ziseliert). Dies waren z.B: Tokyo Hohei Kosho: Yokoyama Sukekane, Morioka Masayoshi; Tokyo No 1 Army Workshop: Yoshihara Nobushiro, (Akihiro, Kuniiye ein und dieselbe Person); Osaka Kosho: Gassan Sadakatsu, Sadakazu (nidai), Sadashige, Masakiyo; Kokura Kosho: Hakuryushi Tadataka, Taira Sadashige, Kanenobu; Kyuheikisho (refurbishment workshop): Yoshihara und andere.


2. Unabhängige Schwertschmiede und Schwert Fabrikanten die beauftragt wurden Schwerter zu schmieden. Diese zeichneten mit der Schmied Signatur und einem fünfzackigen Stern (Star Stamped).


3. Armee spezifizierte Schmiede RJT die mit einer Signatur (mei), Datum und fünfzackigen Stern (Star Stamped) die Schwerter zeichneten.

Dies waren Rikugun Jumei Tosho Schwerter.


Zusammengefasst sollte ein RJT auf der Nakago folgendes zeigen:

1. Tosho Mei und Logo Stempel wie saka, na usw.
2. Klingen mit Mei und fünfzackigen Stern auf einer Seite (Ura)
3. Klingen mit Mei (Ura), Datum und fünfzackigen Stern des Rikugun Jumei Tosho (Omote)
Alle diese Klingenschmiede waren für höchste Qualität bekannt. Jumei Tosho Schmiede stellten auch Schwerter ohne "Star Stamp" her, einige aber mit einer Kontrakt Nummer auf der Nakago (Mune).

Interessant ist hier vielleicht noch für den Sammler die Längeneinteilung.

Ha-watari   

Kurze Klingen 2,0 - 2,1 shaku (60,6 - 63,6cm) Gewicht 731,3 - 768,8 gr.
Mittlere Klingen 2,1 - 2,2 shaku (63,6 - 66,7cm) Gewicht 768,8 - 806,3 gr.
Lange Klingen 2,2 - 2,3 shaku (66,7 - 69,7cm) Gewicht 806,3 - 843,8 gr

 Die hier gemachten Aussagen gelten ausschließlich für RJT Schwerter (Star Stamp).

  tamahagene       

 

 

 

SCHWERTER

 

1. (Kosaka) Masayoshi 正義

masayoshi

masayoshi_meimasayoshi_hamon (Kosaka) Masayoshi

signiert:

"Ryu Masayoshi Kore Saku
Ein Tag im April 1944"

上作
(JO SAKU) Osaka Zoheisho

Schmiedete Mittel bis Hoch bewertete Klingen.

Nagasa: 66,4 cm

Hamon: Kikusui-ba (菊水刃) Chrysanthemen auf Wellen

Das Schwert wird in einer Typ 3 Koshirae mit dunkelroter Lack Tsuka verwahrt.




masayoshi_koshirae



 

 

2. (Kinoshita) Yoshitada 吉忠

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yoshitada_mei yoshitada_details
(Kinoshita) Yoshitada

signiert:

"Hizen Koku Yoshitada Saku Shi
August 1943"

中作 (CHU SAKU)


Schmiedete Mittel bis Hoch bewertete Klingen.

Nagasa: 62,5 cm

Hamon: Suguha (gerade)

Das Schwert befindet sich in einer Typ 3 Koshirae mit roter Lack Tsuka.



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3. (Yuki) Munemitsu  宗光

munemitsu

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(Yuki) Munemitsu

signiert:

"Dewa (no) Kuni 出羽国 Gassan (Yuki) Munemitsu
Showa Ju Hachi Nen Ni Gatsu Hi (1943)"

中下作 (CHUGE SAKU)


Schmiedete Mittel bis Hoch bewertete Klingen.

Nagasa: 65,8 cm

Hamon: Choji (Nelken)

Das Schwert ruht in einer Typ 3 Koshirae mit brauner Lack Tsuka.



munemitsu_koshirae


 

 

4. (Tamijo) Hisakuni   久國

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(Tamijo) Hisakuni

signiert:

"Yana Gawa Ju Hisa Kuni"

上上作 (JOJO SAKU)

Schmiedete Hoch bewertete Klingen.

Nagasa: 68,0 cm

Hamon: Suguha (gerade)

Das Schwert befindet sich in einer neuen Shira Saya.


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5. (Taguchi) Masatsugu 正次

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(Taguchi) Masatsugu

signiert:

"Hizen (no) Kuni Masatsugu Kitaeru No
Showa Ju Kyu Nen Roku Gatsu Kichi Jitsu"

中上作 (CHUJO SAKU)

Schmiedete Mittel bis Hoch bewertete Klingen.


Nagasa: 67,5 cm

Hamon: Ko-Choji Midare

Das Schwert befindet sich noch in einer provisorischen Shira Saya.



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6. (Yamagami) Akihisa  昭久

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(Yamagami) Akihisa

signiert:

"Akihisa
März 1943"

上上作 (JOJO SAKU)

Schmiedete Hoch bewertete Klingen.


Nagasa: 64,7 cm

Hamon: Suguha (gerade)

Das Schwert ruht in einer Shira Saya zusammen mit einer Typ 3 Koshirae (frühe Version)


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7. (Fukuoka) Morimitsu 盛 光

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(Fukuoka) Morimitsu

signiert:

筑 後 住 盛 光 之 作
"Chikugo jū Morimitsu kore saku
 昭 和 二 十 年 三 月
März im Jahr 1944"

上作 (JO SAKU)


Schmiedete Hoch bewertete Klingen.


Nagasa: 62,5 cm

Hamon: Suguha (gerade)

Das Schwert wurde poliert und wird in einer neuen Shira Saya aufbewahrt.



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8. (Ichihara) Nagamitsu 長光

Nagamitsu_blade

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(Ichihara) Nagamitsu

signiert:

長 光 作
"Nagamitsu Saku"

上上作 (JOJO SAKU)


Schmiedete Hoch bewertete Klingen.


Nagasa: 65,72 cm

Hamon: Suguha (gerade)

Das Schwert ruht in einer Typ 3 Koshirae mit roter Lack Tsuka.



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nihonto

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